Erfahrungen mit Isochrysis galbana?

    • Erfahrungen mit Isochrysis galbana?

      Hallo Leute,
      ich überlege gerade, ob ich mir mal eine Portion der oben genannten Alge zu Anreicherungszwecken holen soll. Was ich über die Vermehrung lese, ist aber fast schon ne Nummer zu Aufwändig für mich. Bisher hatte ich hier immer nur Nannochloropis-Algen und entgegen den Zuchtanforderungen, die man zumeist so liest, habe ich außer Dünger und frischem Wasser nie etwas dazu gebraucht, weder Licht (außer Sonnenlicht auf der Fensterbank) noch Belüftung durch eine Pumpe. Sicherlich ist es mit dem beiden viel ergiebiger, aber jeder weiß ja, dass es auch ohne geht, wenn man Zeit hat bzw. nicht so viel braucht.
      Nun würde mich interessieren, ob es bei der Isochrysis so viel anders ist: Brauch es hier eine Temperierung in tropischen Höhen sowie eine externe Beleuchtung und Belüftung tatsächlich unbedingt, wie ich immer lese? Oder kann man auch hier einfacher vorgehen, wenn man Zeit hat?
      Über kurze Antworten von Euch würde ich mich sehr freuen.
      Martin
    • hi Martin Hi. ^^

      Ich hatte I. galbana vor längerer Zeit vorübergehend in Kultur und fand es nicht ganz so einfach, wie manchmal geschrieben wird. Ich muss aber dazusagen, dass meine Probleme in der Regel hausgemacht oder einfach den äußeren Umständen geschuldet waren. Vor allem, wenn man noch andere Algenarten in Kultur hat, ist das Kontaminationsrisiko hoch und zumindest gegen Nannochloropsis scheint Isochrysis schnell den Kürzeren zu ziehen. Ein weiteres Problem war bei mir die Temperatur. Die Raumtemperatur sank vor allem nachts unter 20° C, das mochten die Isos gar nicht. Ich versuchte gegenzusteuern, indem ich nachts mit einer Leuchtstoffröhre beleuchtete. Das ging einigermaßen, ich denke aber, dass mit konstanteren Temperaturen bessere Ergebnisse zu erzielen wären. In der Freilandkultur (Sprudelsäule als Reaktor) machten sie sich zunächst recht gut, aber auch dort waren die schwankenden Temperaturen und eine kühlere Wetterperiode letztendlich das KO. Heizen wollte ich die Kulturen nicht und ich bin dann zur Verwendung von Konzentrat übergegangen.

      Normaler f/2-Dünger tut es, einen anderen habe ich aber auch nicht getestet. Ohne Belüftung habe ich es gar nicht probiert, ich denke aber, dass das nicht klappt (im Gegensatz zu Nannochloropsis). Wenn du Temperaturen um die 22 bis 25° C – am besten relativ konstant – sicherstellen kannst und eine Kontamination mit Fremdalgen vermeidest, ist aber auch die Zucht von Isochrysis sicher kein Hexenwerk. Die Isos brauchen aber schon mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt als etwa Nannochloropsis oder Synechococcus. Aber es gibt auch viel anspruchsvollere, Isochrysis liegt für mich irgendwo in der Mitte :rolleyes: .

      Gruß

      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • moin wolfgang und danke dir!
      ich habe mir jetzt einen luftfilter dazubestellt und werde somit belüftenb und die kontamination wohl geringer halten können. das mit der temperatur ist doof, habe irgendwie keine lust extra zu heizen. da muss ich mir noch mal etwas überlegen. f2-dünger habe ich auch da, das wird wohl nicht das problem werden...
      martin
    • Hallo Martin!

      Willst du die Kultur beleuchten? Dann kann man sich mit der Temperatur etwas überlegen, z.B, eine wasserdichte LED-Leiste IN der Kultur oder eben - wie ich es gemacht habe - eine Leuchtstoffröhre nahe am Reaktor. Gelegentliches Abfallen der Temperatur unter 20° C bringt die Isos nicht gleich um, aber die Vermehrung ist dann schon deutlich eingeschränkt oder unterbrochen und das kann auf Dauer eben das Aus bedeuten. Ich habe die Isochrysis galbana etwas mimosenhaft empfunden, aber ich lese auch immer wieder Beiträge, dass die Kultur problemlos klappt. Leider steht meist nicht dabei, wie die Leute das machen ;) .

      Gruß

      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • hallo wolfgang,
      ich hätte gerne nicht beleuchtet, aber so wie es aussieht, werde ich das wohl doch müssen. wo gibt es denn wasserdichte led zum versenken? ich hatte jetzt eher an eine leuchtstoffröhre aus dem baumarkt gedacht. die würde das wasser sicher ein wenig erwärmen, dann aber übernacht auch abkühlen lasen.
      martin
    • Hallo Martin,

      also eine Fensterbankkultur? Versuchen kannst du es ja. Wer weiß, vielleicht klappt es.


      Wasserdichte LED-Streifen und Leisten gibt es zuhauf, aber ob sie von der Lichtfarbe her geeignet sind und auf Dauer Salzwasser aushalten, müsste man testen. Die wasserdichten Leisten von Tunze sind sicher für diesen Zweck viel zu teuer. Am einfachsten ist wirklich eine reaktornahe T5-Röhre und wie gesagt, bei mir ging das einigermaßen, wenn ich mir auch bessere Ergebnisse gewünscht hätte. Ich wollte mir eigentlich immer schon einmal einen Reaktor mit innenliegender T5 bauen, etwa so wie dieser - Reaktor. Aber die liebe Zeitnot... So ein System müsste eigentlich recht gut beleuchten und heizen gleichzeitig.

      Gruß

      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • Hallo Geri,

      bei I. galbana gibt es ja unterschiedlichste Angaben zur Temperaturtoleranz. Ich glaube, ich habe schon Werte von unter 10° bis 30° C gelesen, wobei das Optimum wohl eher bei 20° bis 25° liegt (allerdings soll der Nährstoffgehalt bei kühleren Kulturen um 18° sogar noch günstiger sein). Möglicherweise gibt es auch ganz verschiedene "Unterarten", die verschiedene Ansprüche haben. Jedenfalls hatte ich bei meiner Kultur eher Probleme mit tieferen Temperaturen, als mit zu hohen, wobei ich an die 30° C meines Wissens nie herangekommen bin. Am besten lief es um die 22 - 25° C. Vielleicht war es auch falsch, die Temperatur immer wieder zu erhöhen, statt konstant auf kühlerem Niveau zu arbeiten, denn das gab schon recht deutliche Temperaturschwankungen in relativ kurzen Intervallen. Meinem Eindruck nach wurde die Kultur bei stark schwankenden Temperaturen bis deutlich unter 20° C einfach anfälliger bezüglich Kontamination mit Fremdalgen/-organismen. Ich kann natürlich auch nicht völlig ausschließen, dass ich mir den Zusammenhang zwischen der Temperatur und den Kulturproblemen nur einbilde und in Wirklichkeit andere Ursachen vorlagen. Ich habe aber auch nicht groß Vergleichsuntersuchungen angestellt, weil ich mich dann den Konzentraten zugewandt habe. Vor allem bei der Freilandkultur ist mir aber schon aufgefallen, dass der Niedergang mit einer heftigen Kaltfront parallel verlief. Und man sucht halt einfache Erklärungen für das eigene Scheitern. Da bietet es sich an, die Schuld auf das Wetter zu schieben :D .

      Gruß

      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • Hi Wolfgang!
      Ich hatte vorerst meine Reaktoren abgeschattet mit Beleuchtung betrieben, da funktionierte die Kultur sehr gut, dann kam ich auf die Idee stellen wir sie ostseitig ans Fenster, vor dem Sommer lief sie ganz gut, dann stiegen aber die Temperaturen und die Kultur schmierte ab.
      Mit 20°-25° liegst du ziemlich gut, aber darüber würde ich sie nicht mehr halten.

      Gruß Geri
    • moin,
      habe die starterkultur jetzt bekommen und mit frischem meerwasser und f2-dünger erst mal auf die fensterbank gestellt. sollte das funzen, werde ich sie im hochsommer so wegstellen, dass sie zur wärmsten zeit nicht in der sonne steht (habe west-, süd- und ostfenster). belüftet wird leicht durch einen luftfilter. bis jetzt sieht alles gut aus. sollte mir das wachstum später zu langsam sein, kaufe ich mir noch eine leuchtstoffröhre dazu...
      danke euch schon mal!
      martin