Erfahrungsbericht: NanoSCOPE

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    • Erfahrungsbericht: NanoSCOPE

      Seit einiger Zeit bin ich Besitzer eines NanoSOPE.

      Es ist nicht nur für Betrachtungen an Nano Becken geeignet, sondern auch für größere Pötte konzipiert.
      Sowohl bei der Beobachtung kleiner und kleinster Beckenbewohner in Meerwasser- wie auch in Süßwasseraquarien bewährt sich dieses Fernrohr, das für kurze Distanzen ausgelegt wurde. Parasiten an Korallen und Fischen können mit dem NanoSCOPE ebenso vergrößert betrachtet werden, wie andere Lebewesen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Entweder weil sie zu klein sind, oder weil die Distanz zwischen Frontscheibe und ihrem Aufenthaltsort für das menschliche Auge zu groß ist.

      Ausstattung

      A. Mit der Normallinse vergrößert das NanoSCOPE nach Herstellerangaben 8-fach im Bereich ab 255 mm vom Objektiv bis Unendlich.

      B. Bei Einsatz der mitgelieferten Macro Linse erzielt das NanoSCOPE in einem Bereich von 0 – 50 mm ab Linse sogar eine 48-fache Vergrößerung. Der ebenfalls im Set enthaltene, bewegliche, transparente Abstandshalter hilft bei der Einstellung, da bei dem gebotenen Vergrößerungsgrad die genaue Einstellung der Distanz sonst sehr schwierig wäre.

      C. Der Bereich zwischen 50 mm und 255 mm wird bei Verwendung der Normallinse durch entsprechendes Entfernen des Geräts von der Aquarienscheibe abgedeckt. Der Vergrößerungsfaktor beträt dabei ebenfalls das ca. 8 – fache.

      Lieferumfang

      1. Transparenter Stativadapter aus Plexiglas
      2. Befestigungsschraube für den Adapter
      3. NanoSCOPE
      4. Macro Linse mit Abstandshalter
      5. Deckel für NanosScope Objektiv und Okular
      6. Deckel für Macro Linse

      Handhabung

      Sinnvoll ist der Betrieb des NanoSCOPE auf einem Stativ. Dabei kann es sich um ein :

      a) leichtes Dreibeinstativ für digitale Fotoapparate oder um
      b) ein Schwanenhalsstativ mit Saughalter

      handeln, das an der Frontscheibe befestigt wird.
      Bei dem hohen Vergrößerungseffekt des Geräts und der kurzen Distanz zum Objekt ist ein verwacklungsarmes Betrachten über einen längeren Zeitraum hinweg auch mit einer extrem ruhigen Hand kaum möglich.

      Fotografie

      Mit einer Digitalkamera oder einer Handykamera ist es nach einiger Übung möglich, durch langsames Annähern an das Okular durch dieses hindurch Aufnahmen zu machen. Die so erzielten Bilder sind allenfalls dazu geeignet, mit anderen Aquarianer Schnappschüsse auszutauschen. Sei es, um außergewöhnliche Beobachtungen festzuhalten, oder Bestimmungen vorzunehmen.
      Allerdings erfordert die Aufnahmetechnik einige Zeit und Übung, um die Kamera in die richtige Position hinter das Okular zu bringen, bei der die Schärfe gegeben ist und ein Abdunkeln des Bildes vermieden wird.
      Ein lichtstarkes Macro Objektiv kann diese Kombination jedoch nicht ersetzen.

      Eigene Beurteilung

      Als Besitzer mehrerer Macro Objektive für digitale SLRs bin ich vom NanoSCOPE dennoch fasziniert. Schaut man hinein, ist das Bild zwar nicht so hell und brilliant wie bei den weit teureren Macro Optiken namhafter Hersteller. Aber während diese normalerweise nur bis zu einem Abbildungsmaßstab von 1 : 1 abbilden, vergrößert das NanoSCOPE 8–fach bzw. 48-fach.

      So habe ich meine Korallen und andere Niedere Tiere live noch nicht gesehen.

      Zum Beispel können:
      Parasiten leichter entdeckt und erkannt werden.
      Copepoden und andere Mikrolebewesen auf der Frontscheibe werden sicht- und ggf. bestimmbar.
      Kleine Krabben, Garnelen und Schnecken erscheinen wie Monster. Ihre Lebensgemeinschaften werden sichtbar.
      Der Bodengrund und die Steinaufbauten können nach unbekannten bzw. versteckt existierenden Lebewesen abgesucht werden.
      Und Vieles mehr.

      Der Aufbau der Apparatur ist schnell vorgenommen. Es muss nur der Halter mit einer Kunststoffschraube am NanoSCOPE fixiert werden. Anschließend wird der Halter auf dem Stativ befestigt. Dazu besitzt dieser eine Bohrung für die handelsüblichen Normschrauben der Stative. Dass man bei dem Zusammensetzen von Kunststoffgewinden mit Metallschrauben Vorsicht walten lassen sollte, setze ich als bekannt voraus. Zu leicht schneidet man mit dem härteren Material der Schraube neue Gewindegänge in das weichere Material des Halters.

      Dies ist bislang auch mein einziger Kritikpunkt am NanoSCOPE. Der aus Plexiglas gefertigte Halter, insbesondere die darin geschnittenen Gewinde, vermittelt nicht das gleiche Gefühl hochwertiger Materialkombination wie das Metallgehäuse und die aus Glas gefertigten Linsen.
      Dennoch erfüllt auch der Halter bei entsprechend gefühlvoller Handhabung seine Funktion.

      Bisher benutze ich das NanoSCOPE an meinem Fotostativ, das zur Aufnahme schwerer Foto- oder Videokameras geeignet ist. Dieses ist in Anbetracht des geringen Gewichts des Lupenfernrohrs allerdings völlig überdimensioniert. Ein leichtes Stativ, welches für leichte Digitalkameras geeignet ist, reicht vollkommen aus. Derzeit erwäge ich dessen Anschaffung, um das NanSCOPE nicht ständig demontieren zu müssen, wenn ich fotografieren oder Video filmen möchte.
      Bei Betrachtungen im extremen Nahbereich, d.h. ab Frontlinse und bis zu 50 mm davon entfernt, benutze ich ein Schwanenhalsstativ mit Saughalter. Dies hat sich bestens bewährt, um Verwackler zu vermeiden. Auch über den extremen Nahbereich hinaus kann dieses Saugstativ verwendet werden. Allerdings sollte man den Saugnapf stets senkrecht unter oder über dem NanoSCOP platzieren. Ansonsten verbiegt es sich unter dem Gewicht.
      Auch eine leichte Digitalkamera kann das Schwanenhalsstativ halten, da es eine Normschraube besitzt. Allerdings sollte man es nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt mit der Belastung an einer Scheibe belassen. Unter dem Gewicht der Kamera oder des NanoSCOPE könnte es sich lösen und auf den Boden fallen. Dies habe ich mit dem NanoSCOPE unfreiwillig bereits getestet. Das NanoSCOPE hat den Sturz auf einen mit PVC belegten Boden unbeschadet überstanden. Ob eine Digitalkamera danach ebenso klaglos ihren Dienst weiterhin versieht möchte ich nicht beurteilen müssen und entferne das Saugstativ nach beendeter Beobachtung wieder von der Scheibe.

      Zur Zeit setze ich das NanoSCOPE hauptsächlich an meinem Quarantänebecken ein, um frisch erworbene Korallen auf einen Befall mit Strudelwürmern und Montischnecken zu untersuchen. Ich bin mir sicher, nun werden mir diese Schädlinge nicht mehr entgehen und nur über mehrere Tage geprüfte Korallen werden künftig in einem meiner Hauptbecken Einzug halten.
      Aber auch die Korallen im 720 l Becken werden einer regelmäßigen Kontrolle mit Hilfe des NanoSCOPE unterzogen. Allzu oft lasse ich mich dabei allerdings ablenken und stelle fest, dass ich beim bisher nicht praktizierten Betrachten der vergrößert dargestellten Korallenpolypen ins Träumen geraten und der Faszination der Mikrowelt erlegen bin.


      Sicherheitshinweis

      Einen Sicherheitshinweis des Herstellers möchte ich nicht unerwähnt lassen: Es ist eigentlich selbstverständlich, dass man mit einem Fernrohr, und nichts anderes stellt das NanosSCOPE dar, nicht in die Sonne oder in eine sehr helle Lichtquelle schauen darf. Dies könnte zum dauerhaften Erblinden führen und ist unbedingt zu unterlassen!


      Für weitergehende Fragen zum NanoSCOPE wie z.B. Bezugsquellen, Kosten usw. stehe ich gern zur Verfügung


      Mit freundlichen Grüßen

      Knut
      Bilder
      • nanoscope 1.jpg

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      • nanoscope, lieferumfang.jpg

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      • nanoscope ohne makrovorsatz.jpg

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      • nanoscope mit makovorsatz.jpg

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      • nanoscope auf fotostativ.jpg

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    • Hier einige Beispiel- und Vergleichsaufnahmen zur Beurteilung des Vergrößerungsfaktors :

      1. Koralle mit Digitalkamera und ca. 50 mm KB-Brennweite aufgenommen.

      2. Dieselbe Koralle mit NanoSCOPE und Handykamera aus der gleichen Distanz aufgenommen.

      3. Adere Koralle 2 mit Digitalkamera und ca. 50 mm KB-Brennweite aufgenommen.

      4. Koralle 2 mit NanoSCOPE und Handykamera aus der gleichen Distanz aufgenommen.

      5. Copepode ca. 48-fache Vergrößerung.

      Die Qualität der Aufnahmen hängt überwiegend von der Qualität der Hanykamera ab. Sie können nur den Vergrößerungsfaktor darstellen, nicht aber die Abbildungsqualtät des NanoSCOPE.
      Bilder
      • koralle 1, ca. 50mm kb objektiv.jpg

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      • koralle 1, mit nanoscope und handykamera.jpg

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      • koralle 2, ca. 50mm kb objektiv.jpg

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      • koralle 2 mit nanoscope und handyamera.jpg

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      • copepoden.jpg

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    • Hallo,

      vielen Dank für die freundliche Begrüßung.


      Hallo Stefan,

      offensichtlich handelt es sich um ähnliche Produkte.

      Das in Korallenriff.de vorgestellte Mesoscope (Aquascope) scheint aufwändiger konstruiert zu sein. Wenn ich es richtig verstehe, besitzt es eine Zoomfunktion , da der Vergrößerungsfaktor von ..... bis angegeben ist.

      Das NanoSCOPE hat nur 2 verschiedene Abbildungsmaßstäbe.

      Allerdings kostet das NanoSCOPE auch weniger als 1/4 des Mesoscope Preises.

      Damit wird es auch für normale Aquarianerbudgets erschwinglich.

      Gruß

      Knut