"Spezialdünger" für Phytoplankton

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    • Hi Geri,

      das mit dem Anreichern hatte ich ja bezüglich dem Kupfer zunächst auch befürchtet, aber an Kupfer ist da ja offenbar sogar weniger drin als in dem f/2-Konzentrat.

      Bezüglich welcher schädlicher Stoffe befürchtest du denn konkret eine Anreicherung?

      Ich bin da selber jetzt nicht auf Blumendünger eingeschossen, ich frag mich allerdings, ob gängiger Phytodünger der Weisheit letzter Schluss ist, weil ich (immer noch) stark bezweifle, dass sich damit Algen züchten lassen, die bezüglich ihrer Inhaltsstoffe denen im Freiland gleichen.

      Allerdings scheint das ja nicht allein am Dünger zu liegen, denn wenn einige Algenarten in Kultur auf die Zufuhr von Vitaminen angewiesen sind, dann bedeutet das ja, dass sie ihren normalen Stoffwechsel in Kultur nicht aufrecht erhalten können - und damit ev. auch die für die Ernährung von etwas anspruchsvolleren Fisch- und Krebslarven notwendigem Stoffe nicht oder nicht in hinreichenden Mengen produzieren können.

      Grüße,
      Florian
    • Hallo Uwe,

      wieso ist kein Magnesium im F/2????
      Autotrophe Algen benötigen keine Aminosäuren in der Nährlösung denn sie stellen diese ja selbst her. Vitamine brauchen sie schon denn anders als Aminosäuren werden Vitamine meist nur von Bakterien gebildet und deshalb muss man sie der Nährlösung zugeben.
      Gruss
      Siegfried
    • Hi Florian!
      Mir ist es zu viel an Stickstoff in den Düngern und wie Siegfried schon erklärt hat ist im Blumendünger 0,002% Cu enthalten, ausserdem keine Vitamine.
      Das ist als wenn du Pflanzen mit Wasser gießt und nicht oder falsch düngst, sie würden auch wachsen aber nicht den gewünschten Erfolg erbringen.

      Ich hatte früher mit Blumendünger niemals die Dichte erreicht wie ich sie heute mit f2 habe.

      Gruß Geri
    • Hallo,

      das f/2-Medium enthält ca. 1,3g Magnesium pro Liter (aus dem Meerwasseranteil).

      Das bezüglich der Vitamine trifft nach meinem Kenntnisstand aber nur auf den B-Komplex zu - alle anderen müsste eine autotrophe Alge unter günstigen Bedingungen selber synthetisieren können - ebenso wie alle Aminsosäuren.

      Dabei darf man aber nicht vergessen, dass das f/2-Medium für eine Kultur unter sterilen (also bakterienfreien) Bedingungen konzipiert ist - aber das machen hier wahrscheinlich die wenigsten.

      In Zellkulturen werden Pflanzen aber häufig Stoffe zugesetzt, die sie eigentlich selber synthetisieren können, u.a. weil die Kulturbedingungen eben nicht ideal sind und damit das Wachtum gesteigert werden kann.

      @Geri: Meine Rechnung bezüglich des Kupfers hat doch gerade gezeigt, dass sich f/2-Medium bzw. Blumendüngermedium in dem Punkt praktisch nicht unterscheiden!?

      Bezüglich der anderen Punkte hast du recht, aber ich frage mich, ob eine höhere Dichte wirklich das entscheidende Kriterium für die Vollwertigkeit der gezüchteten Algen ist!?

      Grüße,
      Florian
    • Original von Siegfried
      Hallo Uwe,

      wieso ist kein Magnesium im F/2????
      Autotrophe Algen benötigen keine Aminosäuren in der Nährlösung denn sie stellen diese ja selbst her. Vitamine brauchen sie schon denn anders als Aminosäuren werden Vitamine meist nur von Bakterien gebildet und deshalb muss man sie der Nährlösung zugeben.
      Gruss
      Siegfried


      Hi,

      Magnesium ist im f2 eine Option. Wird in vielen als f2 angegebenen Mischungen weggelassen weil für Standardalgen nicht erforderlich.
      Zur Bildung von Aminosäuren und Vitamine wird UV-Licht benötigt. das bieten unsere Lampen meistens nicht. Könnte bei Dir klappen weil Du Deine Algen unter Tageslicht hältst?
      Ich bin aber kein Biologe. Gebe auch nur wieder was mir erzählt wurde.

      mfg Uwe
    • Hallo Uwe,

      das ist richtig das Mg eine Option ist da es verschiedene Derivate des F/2 gibt. Das aber in der F/2 Nährlösung kein Mg sein soll kann ich nicht bestätigen weil ja schon allein im Meerwasser Mg vorhanden ist.
      Die Kultur mit Tageslicht gelingt aber nur im Sommer. Aber UV bekommen sie trotzdem nicht weil zum einen die Fensterscheibe schon UV absorbiert und die Kolben ebenfalss kein UV durchlassen.
      Wenn es also so wäre dann dürften die Algen bei mir garnicht wachsen. Würden die Algen die Vitamine welche sie benötigen selbst herstellen können dann bräuchte man sie ja nicht der Nährlösung zugeben.

      @Florian
      Dabei darf man aber nicht vergessen, dass das f/2-Medium für eine Kultur unter sterilen (also bakterienfreien) Bedingungen konzipiert ist - aber das machen hier wahrscheinlich die wenigsten


      Das kann ich nun überhaupt nicht bestätigen denn allle meine Kulturen sind nicht axenic also bakterienfrei.
      Das ist auch garnicht nötig sie bakterienfrei zu kultivieren weil Bakterien wichtige Vitamine produzieren welche den Algen zu Gute kommen aber nicht künstlich zugegeben werden können weil sie nur in Spuren benötigt werden.
      Da viele Bakterien hetreotroph sind können sie mit der Nährlösung sowieso nichts anfangen solange keine ausreichende Kohlenstoffquelle vorhanden ist.
      Was die höhere Dichte bei einer Algenkultur betrifft macht es schon einen Unterschied ob 1000 oder 100000 Zellen in einem ml enthalten sind. Bei allen Grossanlagen die ich gesehen habe wird versucht möglicht eine hohe Ausbeute zu erzielen und das nicht nur der Kosten wegen. Bei einer frühzeitigen Ernte wäre ja noch viel dier Nährlösung vorhanden was man ja nicht haben möchte und daher kultiviert man eben so lange bis alle Nährstoffe so gut wie aufgebraucht sind. In der Grossanlage bei Klötze werden unter anderem Chlorella kultiviert und dort wird so verfahren das der Nährlösung gezielt Bakterien beigegeben werden um die notwendigen Vitamine zu erzeugen.
      Es ist also keine Erfindung meinerseits.

      Gruss
      Siegfried
    • Hallo Siegfried,

      ich glaube, wir reden da irgendwie aneinander vorbei.

      In dem Rezept des f/2-Mediums (s. obigen Link) steht ständig was von Autoklavieren und wer z.B. Kulturen in Agar hält oder auf definierte Monokulturen Wert legt (aus welchen Gründen auch immer, für Aquarianer wird das in der Regel wahrscheinlich nicht sinnvoll sein), wird um sterile Bedingungen nicht drumrumkommen. Deshalb ist dieses Medium meiner Meinung nach für sterile Bedingungen ausgelegt, was wiederum den Zusatz von best. (B-)Vitaminen notwendig macht bzw. erklärt (da unter sterilen Bedinungen ja keine Bakterien vorhanden sind, die diese Vitamine synthetisieren könnten).

      Das Medium kann aber natürlich auch problemlos unter nicht sterilen Bedingungen eingesetzt werden - aber darum geht es mir ja gar nicht.

      Was ich meinte war nur, dass da die meisten von uns -wie du ja auch- ihre Kulturen nicht steril fahren und sich deshalb darin aufgrund des Staubeintrags und abgestorbener Algenzellen reichlich Bakterien vermehren und B-Vitamine bilden, welche wiederum die Algen zum Wachsen benötigen, eine künstliche Vitaminzufuhr (durch das Medium) eigentlich überflüssig sein sollte.


      Das Kriterium der Dichte betrifft doch aber nur die Wirtschaftlichkeit bzw. die Qualität des Wassers, mir geht's doch aber um die Qualität der produzierten Algen.

      D.h. die Frage ist für mich, ob eine unter gängigen Kulturbedingungen gezogene Alge qualitativ und quantitativ gleichwertig zu einer im Freiland gewachsenen Alge ist - also hat sie die gleichen Inhaltsstoffe und wenn ja, auch in der gleichen Menge?

      Wenn ich einen Gewächshaussalat aus konventioneller Landwirtschaft mit einem Freilandsalat aus meinem Garten vergleiche, dann läßt sich doch auch feststellen, dass der aus dem Gewächshaus lappiger und heller gefärbt ist, mehr Nitrat und dafür weniger Mineralstoffe und Vitamine enthält, kurz: qualitativ minderwertiger ist. Warum soll das bei einer Intensivkultur von Algen anders sein?

      Grüße,
      Florian

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kauderni ()

    • Hallo Florian,

      welcher Link?
      Das wir aneinander vorbeireden finde ich auch denn ich weiss nun garnicht mehr worauf Du hinaus willst.
      Das Sterilisieren bezieht sich ja nicht auf die F/2Lösung sondern auf die fertige Nährlösung. Würde man das nicht machen dann würden die Bakterien welche an den Algenzellen sitzen stark vermehren. Hinzu kommen ja noch die welche sich im Wasser und Geräten befinden.
      Daher wird z.B. von den Algenbanken angegeben ob die Kultur axenic oder no axenic ist. Viele Algen lassen sich nicht bakterienfrei machen weil es nicht möglich ist die Bakterien zu entfernen und zum anderen auch Algen mit Bakterien in Symbiose leben. Nachzulesen bei Pringsheim "Algenreinkulturen" G.Fischer Verlag Jena 1954.
      Das Medium kann aber natürlich auch problemlos unter nicht sterilen Bedingungen eingesetzt werden - aber darum geht es mir ja gar nicht.

      Dabei darf man aber nicht vergessen, dass das f/2-Medium für eine Kultur unter sterilen (also bakterienfreien) Bedingungen konzipiert ist - aber das machen hier wahrscheinlich die wenigsten


      Wenn Du der Meinung bist das die Vitamine überflüssig sind dann werden sich wohl die vielen Forscher vor Dir geirrt haben wenn sie der Nährlösung solche Zusätze spendiert haben.
      Was die Qualität der Algen betrifft kannst Du durchaus recht haben aber wie will man denn das herausfinden ohne ein hochgerüstetes Labor zu besitzen. Das ist nur Theorie denn ich weiss aus der Praxis das letztlich nur die Masse zählt. Ich kann mir nicht vorstellen welchen Nutzen es haben könnte zu wissen das Alge XY 0,0000034g einer bestimmten Fettsäue oder Carotins enthält. Der springende Punkt ist das sich dies nicht wieder reproduzieren lässt weil andere Bedingungen zu anderen Ergebnissen führen.
      Der Vergleich mit dem Kopfsalat hinkt in sofern weil zu der Zeit wo dieser im Gewächshaus kultiviert wird es im Freiland nicht möglich ist. Es fehlt ihm einfach an genügend Licht auch wenn alle anderen Parameter optimal sind wird er nicht so wachsen wie er es im Freiland tun würde.
      Vergleiche kann ich nur anstellen wenn auch die Bedingungen gleich sind!

      Gruss
      Siegfried
    • Hallo Siegfried,

      bezüglich des Links beziehe ich mich auf den Beitrag von Rainer (s.o.)

      In dem Rezept werden auch die Teillösungen autoklaviert.

      Das ganze macht überhaupt keinen Sinn, wenn man damit nicht (u.a. auch) steril weiterarbeiten will, denn wie du ja schon gesagt hast, ohne Kohlenstoffquelle passiert mit der Lösung bezüglich bakterieller Zersetzung nicht viel.

      Ich glaube allerdings nicht, dass man das Wachtum von Bakterien, die auf den Algenzellen sitzen, durch vorheriges (!?!) Autoklavieren der Lösung irgendwie beeinflussen kann - wie soll das denn gehen?

      Das Sterilisieren wird meiner Ansicht nach nicht primär wegen eventueller Bakterien wichtig sein, sondern vor allem wegen einer potentiellen Kontamination mit Fremdalgen.

      Ich glaube nicht, dass die Forscher sich geirrt haben, denn wenn das Medium für sterile und nicht-sterile Kultur ausgelegt ist, muss das Medium sterilen Kulturansprüchen genügen und dann müssen halt die Vitamine rein.

      Gibt aber doch wohl einige Leute, die ihre Algen (nicht-steril) ohne Vitaminzusatz kultivieren (und nicht nur N. salina) und dass es da auch klappt ist ja wohl Beweis genug, dass die Vitaminproduktion von Bakterien in der Kultur für die Kultur ausreicht.

      Was ich bemängele ist nur, dass das Rezept mittlerweile fast 50 Jahre auf dem Buckel hat und ich kann nicht glauben, dass sich da in der Zwischenzeit nichts mehr getan hat. Außerdem ist es nicht im Hinblick auf die Aufzucht von Fisch- bzw. Krebslarven (weiter-)entwickelt.

      Für mich ist der springende Punkt, dass ich, wenn ich schon versch. Algenarten kultiviere, auch relativ sicher sein will, dass ich damit nicht nur Wasser mit versch. Grün- (oder Gelb-)tönen produziere, sonst kann ich mir die Arbeit nämlich sparen und bei N. salina bleiben.

      Klar kann man als Privatman schlecht die Inhaltsstoffe überprüfen, aber es ist doch logisch, dass ein natürlicher Stoffwechsel eher unter naturnahen Bedingungen möglich ist als unter naturfremden. Und ich denke schon, dass man auch als Privatman versuchen kann, z.B. bezüglich Temperatur, Licht, Ionenangebot usw. naturnah zu kultivieren.

      Ich dachte bei dem Salatbeispiel an Ackersalat und der wächst bei mir auch über den Winter draussen ohne künstliches Licht.

      Aber so oder so hinkt das Beispiel nicht, weil die Algen ja auch meistens im Haus unter künstlichen Bedingungen kultiviert werden - ob die Algen auch draussen kultiviert werden könnten, ist doch völlig unrelevant.

      Grüße,
      Florian
    • Hallo Florian,

      diesen Link hatte ich glatt übersehen ändert aber auch nichts an dem was ich schon geschrieben habe.
      Wenn ich es jetzt richtig begriffen habe möchtest Du eine Superkultur von Algen.
      Wie kann ich Dir helfen?
      Das ganze macht überhaupt keinen Sinn, wenn man damit nicht (u.a. auch) steril weiterarbeiten will, denn wie du ja schon gesagt hast, ohne Kohlenstoffquelle passiert mit der Lösung bezüglich bakterieller Zersetzung nicht viel.

      Um es nochmal aufzugreifen verstehe ich unter steril natürlicherweise auch bakterienfrei. Da aber von Haus aus einige Algen nicht bakterienfrei kultiviert werden können sind die Kulturen auch nicht steril.
      Auf die Kultur selbst hat das überhaupt keinen Einfluss ob steril oder unsteril gearbeitet wird. Jede Nährlösung kann sowohl für die eine oder andere Kulturmethode verwendet werden.
      Das die Rezepte so alt sind könnte ich auch bemängeln aber solange sie funktionieren habe ich keinen Grund dazu. Im übrigen wurden diese Nährlösungen zu einer Zeit entwickelt als es nicht einmal den Namen Aquakultur gab. Pringsheim entwickelte einige in den dreissiger bis vierziger Jahren. Doch vor ihm gab es schon andere die für die damalige Zeit recht einfache Lösungen entwickelt hatten (Knop,Chu,Hoover,Morris etc.)
      Wie wäre es denn wenn Du mal etwas in dieser Richtung entwickeln würdest. Ich denke aber es ist ganz so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht.

      Wenn ich einen Gewächshaussalat aus konventioneller Landwirtschaft mit einem Freilandsalat aus meinem Garten vergleiche,

      So wie du es geschrieben hast so habe ich es auch beantwortet und da steht nichts von Ackersalat!

      Was ich aus Erfahrung bestätigen kann ist folgendes.
      - Jede Alge zeigt ein anderes Wuchsverhalten und das ändert sich auch je nach dem mit welcher Nährlösung kultiviert wird.
      - Das Wachstum hängt unteranderem davon ab wieviel Inokulat der neuen Kultur zugefügt wird.
      - Bei den marinen Algen ist auch die Salinität ein wichtiges Kriterium des Wachstums.
      - Ganz entscheident ist in welchen Stadium sich die Zelle befindet denn Algen sind ja nicht nur Zellen schlechthin sondern machen eine Art Entwicklung durch die von Art zu Art verschieden ist. Ein solcher Entwicklungszyklus ist z.B. die Sporenbildung.

      In diesen Punkten stimme ich mit Dir überein das es nahrhafte und weniger nahrhafte Algen gibt. Allerdings bin ich realistisch genug zu wissen das ich es nie herausfinden werde wann z.B. der günstigste Zeitpunkt der Ernte liegen könnte.
      Gibt aber doch wohl einige Leute, die ihre Algen (nicht-steril) ohne Vitaminzusatz kultivieren (und nicht nur N. salina)

      Kennst Du die persönlich.

      Gruss
      Siegfried
    • Hallo Siegfried,

      eine "Superkultur" wäre das Maximalziel, zunächst wäre ich schon sehr zufrieden, wenn es gelänge, naturidentische Algen zu produzieren.

      Dass die Rezepte "funktionieren", machst du ja, wenn ich dich richtig verstanden habe, allein am Algenwachstum fest. Mein Einwand ist halt nach wie vor, dass man als Kriterium dafür nicht den Anfang der Nahrungskette (also das Algenwachstum) sondern deren Ende (also den Aufzuchterfolg der Fisch- und Krebsbrut) heranziehen sollte. Und da die Aufzuchterfolge bei einigen Fisch- und Krebsarten von ziemlich mau bis zu nicht-existent reichen, stellt sich für mich halt die Frage, ob dies nicht unter anderem auch daran liegen kann, dass die von uns produzierten Algen bezüglich ihres Gehaltes an bestimmten essentiellen Stoffen eventuell nicht das Gelbe vom Ei sind und dass die Ursache dafür weniger in den verwendeten Arten als vielmehr in den unnatürlichen Aufzuchtbedingungen zu suchen sind.

      Das Problem sehe ich dabei nicht im "Dünger" allein, sondern in einer ganzen Reihe von Faktoren, die unter Kulturbedingungen von denen im Freiland völlig abweichen, z.B.: Lichtspektrum, Beleuchtungsdauer, Beleuchtungsintensität, Temperatur, Wasserchemismus (pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Kohlendioxidgehalt, Verfügbarkeit best. Ionen) usw. usw.

      Dazu ein einfaches Beispiel: Wenn man in Zuchtberichten z.B. liest, dass in Aufzuchtbecken (trotz fehlender Abschäumung) regelmäßig Jod nachdosiert werden muss (?), dann ist dies doch ein klarer Hinweis darauf, dass mit der Nahrungskette dort etwas nicht stimmen kann, denn in natürlichen marinen Nahrungsketten ist Jod kein Mangelelement - ganz im Gegenteil.


      Ich habe selber auch kein Patentrezept für dieses Problem, aber genau deshalb hoffe ich hier ja auch auf eine konstruktive Diskussion.


      Zitat: "da steht nichts von Ackersalat!"
      Stimmt, aber auch nichts von Kopfsalat.

      Wie schon gesagt, die Sorte ist eigentlich auch egal, das Beispiel sollte ja nur zeigen, dass unter künstlichen Kulturbedingungen, die auf ein Maximum an Wachstum ausgelegt sind (also das Kriterium der Dichte, hier nur als Ertrag pro Zeiteinheit und Quadratmeter), Pflanzen bezüglich versch. Kriterien anders ausfallen als unter naturnahen Bedingungen
      gezogene, d.h. dass sich der Stoffwechsel ändert.

      Den Erntezeitpunkt halte ich dabei eigentlich für unerheblich, oder entwickeln sich alle Algen in einer Kultur synchron?

      Die Leute kenne ich nicht persönlich, die Infos stammen u.a. von HPs hier registrierter Nutzer. Aber so oder so bleibt das ganze ja immer ein Stück weit eine Glaubensfrage...

      Grüße,
      Florian
    • Hallo Florian,

      so langsam verstehe ich um was es Dir geht aber das hättest Du doch viel einfacher sagen können.
      Es ist völlig richtig das unter künstlichen Bedingunegn keine naturidentischen Algen kultiviert werden können. Wie auch!
      Dass die Rezepte "funktionieren", machst du ja, wenn ich dich richtig verstanden habe, allein am Algenwachstum fest

      Ja selbstverständlich denn sie wurden für das Wachstum von Algen und nicht von Garnelen und Fischen konzipiert.

      Es ist schon möglich die Bedingungen welche Du aufgezählt hast optimal zu steuern. Denn eine gleichmässige Temperatur kann ja heute jeder Aquarianer ohne Mühe halten. Als einzige Ausnahme sehe ich das Licht welches uns nicht gelingt nachzuahmen.
      Das eigentliche Problem liegt ganz wo anders.
      Im Meer gibt es hunderte wenn nicht tausende verschiedene Algen die dem Zooplankton zur verfügung stehen. Unter künstlichen Bedingungen ist so etwas nicht nachzuvollziehen und darum wird die Fütterung immer einseitig bleiben auch wenn die eine oder andere Alge so wächst wie Du Dir das vorstellst.
      Dazu sollte man sich noch mal ins Gedächtnis rufen das weder Fisch noch Garnelenlarven aktiv Algen fressen. Dies geschiet immer auf dem Umweg mit Zooplankton. In den meisten Fällen sind es Copepoden welche den Fischlarven als Futter dienen.
      Das Garnelenzucht nicht funktioniert stimmt so nicht denn in vielen ( mit günstigen Kulturbedingungen)Ländern werden immer mehr Garnelenbecken eingerichtet. Würde es zutreffen das die Garnelenzucht nicht klappt würde man auch keine neuen Becken errichten. Bei der Fischzucht (komerziellen) ist es ähnlich. Nur halt in Deutschland wird die Aquakultur nicht pratiziert weil wir mehr von Autos als von Garnelen verstehen. In den USA - die verstehen auch Autos zu bauen -ist das eine ganz andere Situation. Darüber weiss aber Iris mehr zu berichten da sie ja selbst schon vor Ort war.
      Das Problem bei Meerwasserfischen ist das ihre Larven sehr klein sind und somit winzigstes Zooplankton benötigt wird und zu andern künstliches Futter weil leblos keinen Fressreiz auslöst. Aus diesen beiden Gründen werden immer noch tonnenweise Atemia- Nauplien an Fischlarven verfüttert.
      Die Fischlarven fressen frischgeschlüpfte und angereicherte Nauplien und ab einer gewissen Grösse bekommen sie künstliches Futter. Bei dieser Kulturführung ist nicht eine Alge beteiligt sieht man davon ab das das Anreicherungsmittel einer Algenkultur entstammt.
      Ein "Zuchterfolg" bei Fischen und Garnelen steht also in keinem Zusammenhang ob eine Nährlösung gut oder weniger gut ist.
      Mein Einwand ist halt nach wie vor, dass man als Kriterium dafür nicht den Anfang der Nahrungskette (also das Algenwachstum) sondern deren Ende (also den Aufzuchterfolg der Fisch- und Krebsbrut) heranziehen sollte.

      Auch ein Blumendüner wird für Blumen gemacht und nicht dafür ob die Blumen den Leuten gefallen oder nicht.
      Wenn Du selbst keinen kennst der anspruchsvolle Algen mit Blumendünger kultiviert dann solltst Du Dich auch nicht darauf berufen. Denn wenn es so wäre bräuchte man nicht so viele verschiedene Nährlösungen und könnte eine simplen Blumendünger aus dem Baumarkt verwenden.
      Mit der Garmelenzucht kann Dir aber Sylvio mehr Informationen geben als ich denn er hat auch schon Thor amboinense nachgezogen.

      Gruss
      Siegfried
    • Hi

      Ob dieZusammensetzung der Nährlösungen 50 oder 100 Jahre alt sind spielt eh keine Rolle.

      Wichtig ist eben das die Alge überhaupt wächst und alle Inhaltstoffe so gut wie aufgebracht sind .

      Es gibt im Prinzip 2 Wege der Zucht einmal in Klarwasser und einmal in Grünwasser .
      Wählt man Grünwasser heist das nichts anderes das man das Zoo im Aufzuchtsbecken anreichert bzw vermehrt.
      Von den Arten die ich kenne frisst keine Nachzucht aktiv Algen. Gehen also auch in Klarwasser ohne Algen.
      Wobei man dann aber wieder bei der Futterzucht Maßstäbe setzen muß.

      Zitat Siegfried
      Ein "Zuchterfolg" bei Fischen und Garnelen steht also in keinem Zusammenhang ob eine Nährlösung gut oder weniger gut ist.
      Zitat Ende.

      In gewisser Weise schon ,wenn man die Grünwassermethode nutzen möchte.
      Füttert man sein Phyto mit Blumendünger werden bestimmte Inhaltsstoffe wie Kupfer nicht ausreichend abgebaut und somit gelangen größere Mengen von Kupfer bzw anderen nicht ausreichend abgebauten Stoffen mit ins Aufzuchtsbecken und das kann fatale Folgen haben.

      MfG Sylvio
    • Hallo Sylvio,

      so gesehen stimmt das was Du sagst. Die "Grünwassermethode" ist ja aber keine richtige Algenkultur im Sinne einer Vermehrung der Alge selbst. Sie hat ja nur einen "kosmetischen" Effekt und vielleicht frisst auch Zooplankton etwas davon.
      Da die Garnelenzucht auch ohne Algen funktioniert ist doch der Beweis erbracht das Algen keinen dirkten Einfluss auf den Erfolg haben. Bei der Zooplanktonkultur ist ein gewisser Einfluss sicher vorhanden nur würde ich Blumendünger nicht als Nährlösung für Algen bezeichnen denn die Gründe hast Du ja eben aufgezählt.

      Gruss
      Siegfried
    • Hallo Siegfried,

      wegen der Temperatur dachte ich weniger an Temperaturschwankungen. Mai schreibt ja z.B. über einige Algenarten, dass diese in der Natur in 4-7°C kaltem Wasser vorkämen, wobei diese aber regelmäßig (auch bei mir) bei 15-18°C kultiviert werden. Dieser Temperaturunterschied dürfte gravierende Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben.

      Am problematischsten sehe ich daneben eigentlich den ph-Wert bzw. dessen Schwankungen und den Ionenhaushalt bzw. die fehlende Möglichkeit der Anreicherung unter Kulturbedingungen. Beim Licht bin ich mir nicht so sicher, ob sich da nicht mit Vollspektrumlampen (z.B. aus der Terraristik) was machen ließe.

      Über den Darminhalt des Zooplanktons gelangen die Algen aber doch direkt in den Magen der Krebs- bzw. Fischlarven!? Und ich habe auch schon mehrfach gelesen, dass Züchter ihre Futtertiere nur mit einer Algenmischung anreichern - da dürfte deren Qualität dann schon eine Rolle spielen, oder nicht!?

      Außerdem steht deine diesbezügliche Aussage doch in krassem Widerspruch zu dem Zuchtbericht von L. amboinensis und debelius auf dieser HP, wo auf die außerordentliche Bedeutung von T. chuii im Futter hingewiesen wird!?

      Den Autor kenne ich allerdings auch nicht, ich halte das Kriterium des Bekanntseins aber ehrlich gesagt auch nicht für relevant, solange ich klarstelle, dass ich mich dabei auf Erfahrungen Dritter und nicht meine eigenen berufe (klar sollte man eigentlich die Quelle preisgeben, aber ich will hier auch niemanden ohne Rückfrage in die Diskussion hineinzwingen. Nach Mai (den darf ich wohl nennen) funktioniert aber z.B. die Kultur von Isochrysis und Tetraselmis auch ganz ohne Dünger (bin mir aber nicht sicher, ob er die Behauptung später nicht wieder irgendwo relativiert hat, glaube mich jedenfalls zu erinnern, etwas in der Richtung von ihm gelesen zu haben)).

      Bezüglich der Garnelenzucht gibt es ja offenbar anspruchsvollere (z.B. L. debelius und den amboinensis-Komplex) und weniger anspruchsvollere (z.B. wurdemanni-Komplex) Arten. Kann man denn 100%ig ausschließen, dass die Aufzuchtschwierigkeiten bei den anspruchsvolleren Arten auf den Mangel an hochwertigen Algen im Futter (also z.B. Darminhalt des Zooplanktons) zurückzuführen ist?

      @Silvio
      Mir gings ja die ganze Zeit um die Qualität der produzierten Algen und nicht um die Quantität und da scheint mir der zugrundegelegte Wissenstand schon wichtig zu sein.

      Das mit dem Kupfer glaube ich eigentlich durch meine Berechnung widerlegt zu haben. Was außer Phosphat soll denn da aus dem Dünger noch gravierendes ins Aufzuchtbeckenwasser gelangen? Bei Mai scheint es mit Blumendünger ja ganz gut zu funktionieren.

      Grüße,
      Florian
    • Hi
      Von den Berichten eines Hern Mai halte ich nicht viel.
      Da sie nur lesenswert erscheinen und nicht ausagekräftig.

      Die Alge Tetraselmis hat bei Garnelen keinen Futterwert sondern nur einen antibiotischen Hintergrund.

      Kultiviert man sie nicht richtig bewirkt sie das Gegenteil im Becken.
      Das hab ich oft bei mir schon durchgespielt.

      Aber wenn Mai solche Ausagen trifft ,Bitte

      MfG Sylvio
    • Hallo Florian,

      Nach Mai (den darf ich wohl nennen) funktioniert aber z.B. die Kultur von Isochrysis und Tetraselmis auch ganz ohne Dünger (bin mir aber nicht sicher, ob er die Behauptung später nicht wieder irgendwo relativiert hat

      Also das halte ich für Schwachsinn!
      Da kann ich Dir nur raten das Du Herrn Mai mal selbst kontaktest.

      Gruss
      Siegfried
    • Hallo,
      Ich hab jetzt nicht alle Beiträge genau gelesen...
      Aber da wir ja auch schon ein paar Jahre mit verschiedenen Zutaten bei Nährlösungen rumexperiementiert haben, kommt es auch auf die z.B. verwendeten Stickstoff- und Phosphatquellen an, ob diese Alge oder jene Alge besser darin wächst.
      Ich glaube, die Ansprüche der Algen sind so verschieden, dass es keinen "Universaldünger" gibt, in dem alle Algen Perfekt wachsen.