Eviota atriventris (früher E. pellucida)

  • Hallo zusammen


    Heute Nacht habe ich eine etwas überraschende Entdeckung in meinem 25L Becken gemacht.
    Der Besatz besteht unter anderem aus zwei Eviota pellucida Grundeln welche jetzt ein Gelege seitlich an der Strömungspumpe angebracht haben.
    Hier ein Bild von heute Nacht:
    [Blockierte Grafik: http://img187.imageshack.us/img187/4140/gelege1bo6.jpg]


    Heute Mittag habe ich dann nochmals ein paar Bilder machen können:
    [Blockierte Grafik: http://img523.imageshack.us/img523/2944/gelege2de9.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/4002/eviotagelegedn7.jpg]
    Zu den Geschlechtern der beiden Grundeln kann ich nichts weiter sagen da ich nicht weiß woran ich sie unterscheiden könnte.
    Ein Tier ist ist aber eindeutig größer als das andere und "bewacht" das Gelege.


    Ein Aufzuchtversuch ist mir leider nicht möglich da ich derzeit nicht dafür gerüstet bin und meine Erfahrungen diesbezüglich gleich Null sind.
    Deshalb werde ich mich zunächst auf das Beobachten des Geleges konzentrieren und die Kamera immer startklar haben.
    Sollte hier jemand sein der in meiner Nähe wohnt (Bruchsal) und sich an einen Aufzuchtversuch des Geleges probieren will, dann kann er sich gerne bei mir melden.
    Die Pumpe ist schnell demontiert und eine zweite bei mir noch vorhanden.


    Zudem wäre ich auch so stark an einem persönlichen Kontakt zu einem Züchter in meiner Nähe interessiert da ich immer wieder Larven entdecken und absammeln kann an denen man einen Aufzuchtversuch probieren könnte.
    Bei mir ist es derzeit einfach nur Lebendfutter welches ich nachts absauge und tagsüber gezielt an die Fische verfüttere.
    Meldet euch bei Interesse doch bitte bei mir!


    MfG Torsten

  • Hallo zusammen


    Kann mich leider jetzt erst wieder melden da ich kleine Probleme mit dem Rechner hatte.
    Das Gelege wurde in der zweiten Nacht geplündert, somit war der erste Versuch schon mal nichts.
    Ich hoffe doch das die Grundeln wietermachen und bald wieder ein Gelege da ist.
    Ich werde dann natürlich hier weiter berichten.


    Mfg Torsten

  • Hallo Torsten,


    der Thread ist zwar schon ein bissl älter, aber an anderer Stelle im Web hab ich einen Beitrag von dir gefunden, in dem du schreibst, dass Larven von Eviota pellucida zumindest ein paar Tage überlebt haben und dann vermutlich am Fehlen geeigneten Futters gestorben sind.


    Gibt es in der Zwischenzeit auch Berichte von einer geglückten Aufzucht?


    Womit hast du die Larven während der ersten Tage gefüttert?


    Hattest du das Gelege separiert oder gewartet, bis der Papa die Kinder aus seiner Obhut entlässt?


    Ich hoff, dass dich diese Fragen erreichen.


    Liebe Grüße
    Linda

  • Hallo Linda


    Etwas spät zwar aber ich habe es jetzt gelesen.


    Von einer geglückten Aufzucht kann ich noch nicht berichten, es ist noch immer nicht das richtige Futter gefunden worden.
    Derzeit tut sich bei mir in diese Richtung leider auch nicht viel, da ich kaum noch Zeit habe mich richtig darum zu kümmern und meine Gruppe von acht Tieren auf eines dezimeirt wurde.
    Die Grundeln haben eine Vorliebe für meine Tunze Strömungspumpen entwickelt. Bis ich das bemerkt habe war es leider zu spät.
    Zur Fütterung habe ich die Pumpen abgeschaltet und genau das haben sie dann ausgenutzt um drin zu verschwinden. Zum Rest muß ich nicht viel schreiben, oder?
    Anfangs waren sie nie an den Pumpen interessiert, aber urplötzlich vob heute auf morgen fanden sie die unwiederstehlich.
    Das 25er gibt es auch nicht mehr, das wurden abgebaut um einem 130L Seepferdchenbecken Platz zu schaffen.
    Da möchte dann auch wieder eine Gruppe aus sechs Tieren ansiedeln und hoffe dann auf neue Gelege um weitermachen zu können.


    Die Gelege habe ich nie separiert. Die Larven schlüpfen etwa eine Stunde nach dem das Licht ausgegangen ist und können dann mit Hilfe einer Lichtquelle angelockt und abgefischt werden.


    Das kann man sich auch beim Fotografieren zunutze machen:
    [Blockierte Grafik: http://img717.imageshack.us/img717/1237/fischlarve1640.jpg]


    Die ersten Tage hatte ich versucht die Larven mit einer Lösung aus Phytoplankton in Pulverform zu ernähren, ich konnte aber nicht feststellen das dies was bewirkt hat.


    MfG Torsten

  • Hallo Torsten,


    vielen Dank für deine Antwort. Dass sie ein bissl spät kommt ist nicht so tragisch, eher, dass sie wenig Hoffnung macht :(


    Meine Grundelbabies haben auch bloß 2 Tage gelebt, aber das war zu erwarten gewesen, weil ich ja nicht vorgesorgt hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt war es mir nämlich nie gelungen, mehr als drei, vier Larven zu erwischen. Entweder waren die Lysmata boggessi schneller oder die Grundeleltern am nächsten Morgen.


    Ich hab nur ein Paar Eviota pellucida, aber die laichen bisher regelmäßig fast jedes Monat. Beim nächsten Versuch werd ich's mit Acartia tonsa versuchen. Davon hab ich von einem befreundetren Aquarianer jetzt ein paar Eier bekommen und werd schauen, dass ich in 14 Tagen einen Bestand zusammen hab.


    Extra füttern scheint mir bei 20 so winzigen Fischlarven mehr Risiko zu bergen als Chancen, deshalb möcht ich's wie du mit der Zugabe von Phytoplankton (Rhodomonas baltica) versuchen, um die Acartia bei Laune und am Leben zu erhalten.


    Wirst du deinen Eviota-Bestand wieder aufstocken? Es sind so entzückende Fische, ich kann mich an ihnen gar nicht satt sehen.


    Liebe Grüße & danke nochmals für die Antwort,
    Linda

  • Zitat

    Original von Torsten81
    Die Larven schlüpfen etwa eine Stunde nach dem das Licht ausgegangen ist und können dann mit Hilfe einer Lichtquelle angelockt und abgefischt werden.


    Das sind tolle und hilfreiche Infos!


    Zitat

    Original von Torsten81
    Die ersten Tage hatte ich versucht die Larven mit einer Lösung aus Phytoplankton in Pulverform zu ernähren, ich konnte aber nicht feststellen das dies was bewirkt hat.


    Mit Phytoplanktonpulver kann man vielleicht (mit recht viel Glück) im Aquariumwasser bereits vorhandenes Zooplankton zur Vermehrung anregen, das dann wiederum den Fischlarven als Futter dient.
    Bei der Zucht von Coryphopterus personatus hat so eine indirekte Fütterung (allerdings nach anfänglicher Zugabe eines Ansatzes Wimpertierchen) schon geklappt.


    Alternativ könnte man aus einer Kultur der inzwischen fast überall erhältlichen freischwimmenden Copepoden, winzigste Nauplien auszusieben (oder Wimpertierchen, Dinoflagellaten, Molluskenlarven etc. durchprobieren).


    Zitat

    Original von Linda
    Beim nächsten Versuch werd ich's mit Acartia tonsa versuchen.


    Das ist natürlich auch eine gute Idee!
    Viel Glück und Erfolg!


    und viele Grüsse Martin

  • Hallo Forianer,



    ich halte Nauplien von a. tonsa oder anderen calanoiden Copepoden für aussichtsreiche Kandidaten, da diese erstens sehr nahrhaft sind und zweitens Nauplii von Calanoida immer positiv phototrop reagieren, das kommt dem Verhalten der Eviota Fischlarven sehr zu gute. Ich würde diese jedoch vor dem Verfüttern noch in einem Phytomix schwimmen lassen, das verbessert nochmals das Nährstoffprofil.


    Ich drücke fest die Daumen für die Zucht und hoffe auf Fotos / Berichte.


    Torsten, ich schicke Dir - wenn es soweit ist - mit den Algen ein paar Tisbe biminensis mit. Die vermehren sich fast ganz ohne Pflege. T. biminensis ist ein super kleiner harpacticoider Cop aus dem Indian River. Allerdings streben dessen Nauplii wie die alle Harps vom Licht weg, was sie wirklich nur in nackten kleinen Aufzuchtbecken als Larvenerstfutter einsetzbar macht.

  • Hallo!


    Ist mit den E. atriventris jemand weiter gekommen? Ich habe ein paar Larven und die sind schon recht winzig. Ich bin nicht darauf vorbereitet, habe aber in meiner Hexenküche natürlich auch Wimpertierchen, die wesentlich kleiner sind als Euplotes sp. Dennoch habe ich nicht viel Hoffnung, aber wenn es einmal Larven gibt, dann sollte das auch öfter der Fall sein. Wenn ich meine winzigen calanoiden Copepoden endlich zur Massenvermehrung überreden könnte, wären die Chancen vermutlich besser.


    Gruß


    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,


    ich wünsch dir auf jeden Fall gutes Gelingen!


    Meine Eviota atriventris laichen zwar immer noch alle paar Wochen, aber ohne die Boggessis als Anzeiger, dass wieder Fischlarven frei schwimmen, hab ich keine Chance zu erkennen, wann's wieder so weit ist. Aber mein Schreibtischnano hat sich als zu klein erwiesen für die Garnelen mit ihrem ungeheuren Appetit.


    Du wirst ja sicher berichten :)


    Liebe Grüße
    Linda

  • Hallo!


    Ich habe die Fischlarven auch nur durch Zufall entdeckt. In der Fischfalle, die ins Becken dauerhaft eingehängt ist, konnte ich sie nicht erkenne. Erst als ich Garnelenlarven herausholte, sah ich die paar Larven. Ein richtiger Aufzucht"versuch" ist das aber nicht, eher ein "nicht gleich wegkippen". Aber künftig werde ich besser auf Eviota-Larven acht geben und da wäre es nicht schlecht, schon einmal gedanklich vorbereitet zu sein.
    Copepodennauplien wären sicher toll, aber es müssten freischwimmende sein. Die Eviota-Larven halten sich - soweit ich das nach einem Tag einschätzen kann - in meinem kleinen Gefäß bevorzugt in der Mitte auf, gelegentlich an der Oberfläche und nur selten in Bodennähe. Also bräuchte man genügend Nauplien vom calanoiden Typ. Das wäre mir auch symathischer, weil die Calanoiden meist herbivor sind und beim Heranwachsen nicht die Larven zur Befriedigung von carnivoren Gelüsten verwenden würden.


    Gruß


    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Copepodennauplien wären sicher toll, aber es müssten freischwimmende sein. Die Eviota-Larven halten sich - soweit ich das nach einem Tag einschätzen kann - in meinem kleinen Gefäß bevorzugt in der Mitte auf, gelegentlich an der Oberfläche und nur selten in Bodennähe. Also bräuchte man genügend Nauplien vom calanoiden Typ.


    Als ich diese Zeilen las, fiel mir mal wieder ein naiver Gedanke ein.
    Eigentlich sollte man die runterschlucken und es passt hier auch nicht so richtig hin, aber ich tue es trotzdem:


    Wenn doch die calanoiden so oft die Lösung wären, wenn man nur genug von ihnen hätte, warum passt man nicht einfach den Wasserstand an?
    Alles was unter 1cm Wasserstand wäre, würde den Unterschied zwischen calanoid und harpacticoid auflösen, oder? Große flache Schüsseln, statt kleine Aquarien!


    Gruß Frank

  • Hallo Frank!


    Doch der Gedanke gehört genau hierher! Ich habe auch Zeit, mich damit zu beschäftigen, denn es zuckelt (fast wider Erwarten) nur noch eine Larve herum und die ist alles andere als vital. Eine tote Larve konnte ich bergen und zum Zweck des Größenvergleichs fotografieren.


    Der Gedanke eine geringen Wasserstandes hat natürlich etwas (und ich meine nicht: Hoch stapeln - flach denken :D). Aber ich glaube nicht, dass er das Problem löst. Harpacticoide Nauplien leben in der Regel direkt am Substrat, also auch nicht in 0,5 cm Höhe. Die Larven sind nicht recht gut austariert und würden vermutlich oft auf den Boden knallen. Zudem dürfte die Verdunstung zu Salinitäts- und Temperaturschwankungen führen.


    Gruß


    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,


    ich stell mir ein Becken vor, das ganz normal eingerichtet ist und eine großen Zahl freischwimmenden Kleinzeugs beherbergt.


    Das Problem ist halt, dass dieser Zustand immer dann erreicht wird, wenn die triebhaften Grundeln grad Pause machen.


    Schad, dass nix geworden ist, aber: Willkommen im Club. Ich darf dich zitieren?

    Zitat

    Wenn sie einmal ablaichen, dann tun sie das immer wieder.

    Kann ich bestätigen :)


    Schönen Abend!
    Linda

  • Hallo Linda!


    Da ich bald Urlaub mache, hätte es mir eh nicht in den Kram gepasst. Das Problem erscheint mir weniger das Ablaichen als das Entdecken der Larven. Irgendwie müssen wir für die Winzlinge noch eine praktikable Fütterungsmethode finden. In einem "normal" eingerichteten Becken hast du zu viele Anstoßecken und Jäger.


    Gruß


    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Nein, nein, Wolfgang, mit 'normal eingerichtet' hab ich nicht ein Riffbecken mit Lebendgestein gemeint, sondern auf die Art, wie ich meine Faunaboxen zur Aufzucht der Seeponies und der GGvJ jetzt herricht: Feiner Korallensand mit ca. eineinhalb bis zwei Zentimeter Schütthöhe und ein paar Caulerpa serrulata (die freilich vorher mittels Süßwasserbad von Hydroiden befreit werden). Dazu eine Portion Microbe Lift special Blend. Als Filter ein kleiner Eheim Liberty mit Schwammvorsatz beim Einlass und innen einer Kohlefilterpatrone, und für die Beleuchtung z.B. eine ESL Philips Tornado daylight mit 15W.


    Der Stamm-Tierbesatz wird kontrolliert eingebracht: Kleine Borstenwürmer, Täubchenschnecken und Asterinas sowie eine Starterkultur des jeweils vorzugsweise benötigten Zooplanktons - für die Ponies Tisben, für die Garnelen Calanoida. Für die Grundeln werden's vermutlich ebenfalls kleine freischwimmende Copepoden sein (da ist das Problem, dass auch gern cyclopoide dabei sind, die carnivore Gelüste haben) und allenfalls Räder- und Wimperntierchen.


    Das System funktioniert gut, weil ich da zumindest in den ersten Wochen nur Phytoplankton und allenfalls ein bissl Futtergranulat zugeben muss und 1x pro Woche ein wenig Wasser wechsle. Die 'Einfahrphase' mit höchstens ein paar Cyanos auf dem Boden reduziert sich auf 2 bis 3 Tage.


    Ohne Limitierung durch die Fische bzw. Garnelenlarven gerät das System halt schneller aus dem Gleichgewicht, deshalb der Hinweis vorhin, dass es optimal ist, wenn die Grundellarven einziehen zum Zeitpunkt des Zenits.


    Liebe Grüße
    Linda


    PS: Als Indikatoren kann ich dir die Lysmatas empfehlen. Die waren verlässliche Anzeiger, wenn sie mitten in der Nacht an exponierten Stellen des Aquariums gesessen sind und mit ihren Scheren wild gefuchtelt haben. Da konnte sogar ein darmwindäugiges Wesen wie Linda ein paar Grundellarven absaugen.


    PPS: Schönen Urlaub!

  • Hallo Linda!


    Ein interessanter Ansatz. Ich habe schon auch an so etwas gedacht, wie du es beschreibst. Aber ich bin sehr skeptisch. Die Larven kommen normalerweise sicher zunächst in der freien Wassersäule vor. Deshalb halte ich alle Gegenstände (Pflanzen, Bodengrund) im Aufzuchtbecken für gefährlich. Außerdem wird es schwierig, eine Strömung zu erzeugen, die die Larven nicht irgendwo dagegen knallt/schleift. Täubchenschnecken hatte ich auch schon im Kreisel. Sie schaffen es aber nicht, ihn algenfrei zu halten, ihre Exkremente belasten das Wasser. Mit Nassarius kann man sich das Entsorgen der Leichen ersparen, aber sie brauchen ein Versteck (was sie bei dir wieder hätten). In deinem System müsste man zudem arg aufpassen auf Flohkrebse und Mysis. Aber trotzdem wie gesagt: Ein Interessanter Ansatz.


    Gruß


    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo!


    Gestern Nacht waren wieder 3 - 4 Eviota-Larven in der Larvenfalle. Ich frage mich, warum immer nur so wenige? Die Falle funktioniert, sie sammelt alle paar Tage Hunderte Garnelenlarven. Vielleicht sind die Eviotas nicht so sehr vom (Blau-)Licht angezogen oder einfach zu zart, um gegen die Restströmung von der Rückförderpumpe (Stream ist in der Fangzeit aus) anzukommen? Allerdings ist die Falle in einer sehr strömungsarmen Ecke untergebracht, das sollten sie schaffen (einige tun das ja auch). Ich rätsle und ohne eine größere Menge Larven ist jeder Versuch fast unausweichlich zum Scheitern verurteilt.


    Gruß


    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!